74. DKK
Dresden 2026
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Eva Hauthal

Barrierefreie thematische mobile Karten

  • Vortrag

Mobile Geräte bringen im Vergleich zu Desktop-Umgebungen erhebliche Herausforderungen hinsichtlich der Barrierefreiheit mit sich. Dazu gehören kleine Bildschirme, dichte Benutzeroberflächen, komplexe Bediengesten und versteckte Navigationsstrukturen. Diese Herausforderungen werden besonders deutlich bei mobilen Kartenanwendungen, die eine hohe Dichte an Inhalten, visuellen Informationen und Bedienoptionen aufweisen.

Ältere Nutzer, d.h. Personen 60+, haben bekanntermaßen altersbedingte sensorische, motorische und kognitive Einschränkungen, wie z. B. ein eingeschränktes Sichtfeld – was häufig dazu führt, dass Elemente der Benutzeroberfläche an den Bildschirmrändern übersehen werden – oder die nachlassende Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und Informationen zu abstrahieren (Yu & Chattopadhyay 2024). Oft sind sie mit mehreren Einschränkungen gleichzeitig konfrontiert, was die Nutzung mobiler Karten besonders erschwert.

Während sich bestehende Forschungsarbeiten mit Problemen befassen, die ältere Menschen mit mobilen Apps (Oliveira
et al. 2018) und mit Navigations-Apps (Yu & Chattopadhyay 2020) haben, sind die Inhalte, die Darstellung und die
Bedienung mobiler Karten für ältere Nutzer noch wenig erforscht. Mit unserer anfänglichen Studie möchten wir deswegen ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie Personen 60+ mobile Kartenanwendungen nutzen und auf
welche Herausforderungen sie dabei stoßen.

Unter Verwendung eines explorativen qualitativen Ansatzes führten wir eine erste Fokusgruppe mit sieben Teilnehmern im Alter zwischen Ende 50 und Anfang 80 durch. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse wurde das Thema in eine Lehrveranstaltung zum Thema mobile Kartographie auf Master-Niveau integriert. Die Studierenden erhielten die
Aufgabe, ihre Eltern oder Großeltern durch einen Fragebogen zu führen und ihre eigenen Beobachtungen darüber zu dokumentieren, wie ihre Eltern oder Großeltern mobile Kartenanwendungen nutzen. Auf Grundlage der dabei ermittelten Probleme entwickelten die Studierenden vorläufige Design-Ideen und Richtlinien, um mobile
Kartenanwendungen an die Bedürfnisse von Personen 60+ anzupassen.

Diese ersten Ergebnisse tragen zur Entwicklung von barrierefreien Designprinzipien für mobile Karten bei und verdeutlichen deren Potenzial, ältere Menschen im Alltag, bei der Erhaltung ihrer Gesundheit und bei der sozialen Teilhabe zu unterstützen.

QUELLEN
Oliveira C.D.d., Fioravanti M.L., Fortes, Renata Pontin de Mattos & Barbosa E.F. (2018): Accessibility in mobile applications for
elderly users: A systematic mapping. 2018 IEEE Frontiers in Education Conference: 1–9.
Yu J.E. & Chattopadhyay D. (2020): „Maps are hard for me“: Identifying How Older Adults Struggle with Mobile Maps. In:
Guerreiro T. et al. (Eds.) ASSETS ’20. The 22nd International ACM SIGACCESS Conference on Computers and Accessibility :
October 26-28, 2020, Virtual Event. New York, NY, Association for Computing Machinery: 1–8.
Yu J.E. & Chattopadhyay D. (2024): Reducing the Search Space on demand helps Older Adults find Mobile UI Features quickly, on
par with Younger Adults. Proceedings of the 2024 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems: 1–22.