74. DKK
Dresden 2026

Der Zugang zu adäquater Gesundheitsversorgung beinhaltet neben medizinischen, ökonomischen und soziologischen Faktoren auch gewichtige raumbezogene Aspekte. Neben der Erreichbarkeit sind dabei Versorgungsquoten, d. h. die Synthese von Nachfrage und Angebot, von besonderem Interesse. Der Stand der Technik zur Ermittlung dieser Quoten sind „Floating Catchment Area“-Methoden, welche die Kapazität der Angebotsorte mittels eines Erreichbarkeitsmodells mit der räumlichen Verteilung der nachfragenden Bevölkerung in Korrespondenz bringen.

Aus kartographischer Sicht ist dabei der Einfluss des Raumbezugs des Bevölkerungsmodells – gebiets- oder rasterbezogen – von Interesse. Zunächst hat die kartographische Darstellung gebiets- oder rasterbezogener Versorgungsquoten jeweils eigene technische und visuelle Erfordernisse und Herausforderungen. Darüber hinaus stellt sich unabhängig von der Visualisierung aber auch die Frage nach dem Einfluss des Bevölkerungsmodells auf die räumliche Aussagekraft und die Präzision der ermittelten Versorgungsquoten. Der Vortrag zeigt Beispiele aus der Praxis der gesundheitsbezogenen Versorgungsforschung und der Krebsregistrierung und diskutiert auf dieser Grundlage die Bedeutung der Wahl des räumlichen Bezugs des Bevölkerungsmodells.