Methodische Reflexion zur Verwendung von VR und EDA zur Untersuchung der empfundenen Sicherheit in städtischen Umgebungen
Das subjektive Empfinden von Sicherheit im öffentlichen Raum zählt zu den subtilen, aber wirkmächtigen Indikatoren urbaner Teilhabe. Es beeinflusst, wie Menschen Orte erleben, nutzen und sich bewegen. Besonders urbane Angsträume machen sichtbar, wie physische, soziale und emotionale Faktoren die Nutzung öffentlicher Räume ungleich verteilen und damit Fragen sozialer Gerechtigkeit berühren. Dabei könnten Methoden der Kartographie und Nachbardisziplinen neue Ansätze liefern, um analytisch zu unterstützen. Die Kombination immersiver Virtueller Realität (VR), physiologischer Messverfahren und qualitativer Befragung eröffnet neue Möglichkeiten, subjektive Wahrnehmungen und emotionale Reaktionen auf städtische Räume zu erfassen. Der vorliegende Beitrag reflektiert methodisch die Potenziale und Grenzen eines Mixed-Methods-Ansatzes, der VR-Simulationen, elektrodermale Aktivitätsmessung (EDA) und leitfadengestützte Interviews in der Analyse urbaner Angsträume integriert. Ziel war es, zu prüfen, inwiefern diese Methoden geeignet sind, Wahrnehmungen von Sicherheit und Unsicherheit in virtuellen Stadtszenarien erfahrbar, messbar und vergleichbar zu machen. Auf Basis einer explorativen Studie im Kontext potenzieller Angsträume auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum werden die Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung diskutiert – von der technischen und experimentellen Gestaltung der VR-Umgebung über die Integration physiologischer Daten bis hin zur qualitativen Auswertung und Triangulation der Ergebnisse. Die Reflexion zeigt, dass die Kombination von VR und EDA einen innovativen Zugang zu emotional-räumlichen Prozessen bietet, zugleich jedoch methodische und interpretative Herausforderungen birgt. Die Einbindung qualitativer Interviews erwies sich als wesentlich, um physiologische Reaktionen zu kontextualisieren und subjektive Bedeutungen zu erfassen.